Wohnen ist ein Menschenrecht. Nach dem Housing First-Ansatz stellt die MainWeg gGmbH obdachlosen Menschen direkt Wohnraum zur Verfügung – ohne Zeitverträge, ohne Übergangslösungen, ohne Vorbedingungen. Kein „erst beweisen, dann wohnen“, sondern: Zuhause zuerst.
Der Umzug in neue Büroräumlichkeiten auf der Zeil ist für die MainWeg gGmbH ein wichtiger Meilenstein. Sie hat damit nun selbst im Herzen Frankfurts ein Zuhause gefunden. Einen Ort, der Schutz bietet und Begegnung ermöglicht für die Menschen, die das gemeinnützige Housing First-Projekt der Franziskustreff-Stiftung auf ihrem Weg aus der Obdachlosigkeit begleitet. Und dem Team die tägliche Arbeit erleichtert.

Neues Zuhause
Hier finden Projektteilnehmende einen sicheren Raum, in dem sie sich öffnen können. Separate Sprechzimmer schaffen eine ruhige und vertrauensvolle Atmosphäre für persönliche Gespräche. Gleichzeitig eröffnen flexibel nutzbare Flächen neue Möglichkeiten für Gruppenangebote und praktische Unterstützung, etwa bei der Einrichtung der ersten eigenen Wohnung. So ist ein Ort entstanden, der sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und ihnen Stabilität gibt.
Denn genau darum geht es bei Housing First: Menschen, die ihre Wohnung verloren haben, erhalten zuerst ein eigenes Zuhause. Die Gründe für Obdachlosigkeit sind vielfältig. Oft sind es Schicksalsschläge oder Lebenskrisen, die Menschen aus der Bahn werfen. Housing First setzt genau hier an. Die Wohnung ist nicht „Belohnung“, die es sich zu verdienen gilt. Wohnen ist ein Menschenrecht. Und damit ist sie Ausgangspunkt, Schutzraum und Fundament zugleich.
Auf diesem Fundament baut die Arbeit von MainWeg auf. Ein Team aus erfahrenen Sozialarbeiter:innen begleitet die Teilnehmenden eng im Alltag. Sie unterstützen bei der Haushaltsführung, bei finanziellen Fragen und im Kontakt mit Behörden. Gemeinsam werden individuelle Tagesstrukturen entwickelt, die Orientierung geben und neue Perspektiven eröffnen.
Der Erfolg dieses Ansatzes zeigt sich deutlich: Viele ehemals obdachlose Menschen haben bereits den Weg zurück in ein Leben mit eigenem Zuhause gefunden. Internationale Studien belegen zudem, dass rund 90 Prozent der Teilnehmenden ihren Wohnraum langfristig behalten (Stand: August 2022, Australian Housing and Urban Research Institute, Melbourne).
Darum ist der neue Standort für die MainWeg mehr als ein organisatorischer Schritt. Er ist ein Zeichen dafür, dass das Projekt wächst und wirkt.








Einweihungsfeier
Die offizielle Einweihung der neuen Räumlichkeiten fand am 19. Mai im Beisein von Projektteilnehmenden, Unterstützenden und Vertreter der Presse statt. Lars Volkmann, ehrenamtlicher Geschäftsführer der MainWeg gGmbH, eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßungsrede. Im Anschluss gaben Sozialarbeiter André Hetzel und Sozialarbeiterin Sophie Kramer Einblicke in die bisherigen Fortschritte des Projekts und erläuterten, wie der Housing First-Ansatz in der täglichen Arbeit umgesetzt wird. Bei einem gemeinsamen Austausch bot sich den Gästen außerdem die Gelegenheit, die neuen Räumlichkeiten kennenzulernen und mit dem Team sowie den Projektteilnehmenden ins Gespräch zu kommen.

