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18 Geschichten, 18 Wege zurück nach Hause

Mit der Fotoausstellung „Home Street Home – Wege aus der Obdachlosigkeit“ in der Wandelhalle der Frankfurter Paulskirche schuf die MainWeg gGmbH gemeinsam mit der Stadt Frankfurt am Main einen Ort des Dialogs und der Begegnung. Die multimediale Ausstellung richtet den Blick auf Menschen, die den Weg aus der Obdach- oder Wohnungslosigkeit zurück in ein eigenes Zuhause gefunden haben. Und macht deutlich, dass hinter jeder Biografie weit mehr steckt als das Schicksal der Wohnungslosigkeit.

Die Fotografin Debora Ruppert porträtierte 18 Frauen und Männer aus acht Städten Deutschlands und sprach mit ihnen über ihre persönlichen Lebensgeschichten. Wie fühlt es sich an, auf der Straße oder in Notunterkünften zu leben? Was bedeutet es, nach Jahren wieder eine eigene Wohnung zu haben? Und welche politischen und gesellschaftlichen Veränderungen braucht es, um Obdachlosigkeit wirksam zu bekämpfen? Die eindrucksvollen Porträts erzählen von Brüchen, Ausgrenzung, Sucht, Prostitution, Kriminalität und Resozialisierung. Zugleich aber auch von Mut, Hoffnung, Kraft und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben.

Bereits vor ihrer Station in Frankfurt feierte die Ausstellung ihre Premiere im Deutschen Bundestag. Mit der Wandelhalle der Paulskirche fand sie anschließend einen besonderen Ausstellungsort, der als Symbol für Demokratie und Menschenrechte den Gedanken der Ausstellung unterstreicht: Wohnen ist kein Luxus, sondern ein Menschenrecht. Ein sicheres Zuhause bedeutet Schutz, Würde, Privatsphäre und die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe.

Oberbürgermeister Mike Josef eröffnete die Vernissage mit einem Grußwort. Anschließend sprachen Lars Georg Volkmann, ehrenamtlicher Geschäftsführer der MainWeg gGmbH, sowie Debora Ruppert über die Entstehung der Ausstellung und die Bedeutung des Housing-First-Ansatzes. Besonders bewegend war das Gespräch mit einem der Porträtierten, der seine persönliche Geschichte teilte und eindrucksvoll schilderte, wie der Zugang zu einer eigenen Wohnung sein Leben verändert hat.

Mit der Ausstellung wollte die MainWeg gGmbH nicht nur Aufmerksamkeit schaffen, sondern zugleich einen gesellschaftlichen Appell formulieren: für dauerhaft bezahlbaren Wohnraum, besser ausgestattete soziale Hilfen und ein solidarisches Miteinander. Denn Wohnungslosigkeit kann jeden Menschen treffen. Gleichzeitig versteht sich MainWeg als Teil dieses Wandels und setzt sich mit seinem Housing-First-Angebot dafür ein, obdachlosen Menschen eine echte Perspektive zu eröffnen.

Housing First versteht Wohnen als Menschenrecht. Im Gegensatz zu klassischen Hilfesystemen wird Wohnraum nicht erst nach dem Erfüllen bestimmter Voraussetzungen vermittelt, sondern steht am Anfang des Unterstützungsprozesses. Menschen erhalten einen regulären, unbefristeten Mietvertrag, ohne zuvor Übergangs- oder Probemietverhältnisse durchlaufen zu müssen. Die MainWeg gGmbH bringt seit 2020 obdachlose Menschen und Wohnungseigentümer zusammen und begleitet beide Seiten langfristig. Die Mietzahlungen sind über das staatliche Sozialsystem abgesichert, sodass Vermieterinnen und Vermieter kein finanzielles Risiko tragen. Durch die Zusammenarbeit mit großen Wohnungsunternehmen können Wohnungen häufig unbürokratisch vermittelt werden. Ein entscheidender Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Die Ausstellung lud Besucherinnen und Besucher dazu ein, gewohnte Perspektiven zu hinterfragen und Wohnungslosigkeit nicht als individuelles Versagen, sondern als gesellschaftliche Herausforderung zu begreifen. Sie machte sichtbar, dass ein Zuhause weit mehr bedeutet als vier Wände: Es ist die Grundlage für Sicherheit, Würde und neue Perspektiven.

Die Ausstellung war vom 21. November bis zum 12. Dezember in der Wandelhalle der Paulskirche zu sehen und lud zahlreiche Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich mit den Lebensrealitäten wohnungs- und obdachloser Menschen auseinanderzusetzen. Ergänzt wurde sie durch mehrere öffentliche Führungen mit Fotografin Debora Ruppert, die persönliche Einblicke in die Entstehung der Porträts und die Geschichten der abgebildeten Menschen gab. Die große Resonanz auf Ausstellung und Begleitprogramm zeigte, wie wichtig es ist, Wohnungslosigkeit sichtbar zu machen und den gesellschaftlichen Dialog über Wege aus der Obdachlosigkeit zu fördern.

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